Sanierung der Königsbrücker mit der Kompromissvariante 8.7.

Mit der Variante 8.7 ist die Lösung für eine stadtteilverträgliche Sanierung der Königsbrücker Straße gefunden. Sie ist zwar wesentlich schmaler als die Vierspurvariante V 7, aber Autos und Straßenbahnen fahren durch eine intelligente Aufteilung der Kreuzung Bischofsweg genauso schnell!

Zur Geschichte: Bei den Stadtratswahlen im Mai 2014 hatten vier Fünftel der Neustädterinnen und Neustädter Parteien gewählt, die für eine stadtteilverträgliche Neuplanung der Köni eintreten. Da die von Rot-Grün-Rot-Orange (RGRO) im Dezember 2014 beauftragte Neuplanung unter dem alten Baubürgermeister Marx (CDU) nicht vorankam, setzte die Gestaltungsmehrheit im Stadtrat im Juli 2015 eine Lenkungsgruppe ein. Nach dem Amtsantritt des neuen Baubürgermeisters Schmidt-Lamontain (GRÜNE) im Oktober 2015, nahm die gemeinsame Arbeit von Stadträten und Verwaltung Fahrt auf.

Zentrale Abschnitt 2: Katharinenstraße – Paulstraße

Die Verwaltung stellte in der Sitzung der Lenkungsgruppe am 8. März eine Abwägung der Variante V 7 mit den V8-Varianten in verkehrlicher, städtebaulicher und ökologischer Hinsicht vor. Die 8er Varianten sind im zentralen Abschnitt zwischen Katharinenstraße und Paulstraße zwischen 12,30m und 12,55m breit, während die V7 18,70m braucht (jeweils gemessen von Bordstein zu Bordstein ohne Parkstreifen). Damit stehen auf beiden Seiten bei den 8er Varianten insgesamt gut 6m mehr für Fußwege und Bäume zur Verfügung! Dabei schneiden die Varianten 8.4. und 8.7. in städtebaulicher Hinsicht deutlich besser ab als V 7. Beispielsweise würde die große Ulme südlich der Schauburg der V7 zum Opfer fallen. Allerdings rollte der Auto- und Straßenbahnverkehr an der Kreuzung Bischofsweg bei den 8er Varianten langsamer als bei der V7. Denn an der Schauburg kreuzen sich Straßenbahnen und Autofahrspuren, so dass eine wechselseitige Blockade drohte. Die DVB hatte daher vorgeschlagen, die Haltestelle der Linien 7 und 8 in stadtwärtiger Richtung auf die südliche Seite der Kreuzung zu verlegen. Damit kann in stadtwärtiger Richtung ein Rechtsabbieger für PKW eingerichtet werden, so dass die Geradeausfahrt der Straßenbahn nicht mehr behindert wird. Im Ergebnis entsprechen nun die sogenannten “LOS”-Werte (“Level-of-service”) und die Reisezeiten der V8.7 zwischen Albertplatz und Olbrichtplatz denen der V7.

Abschnitt 1: Albertplatz – Katharinenstraße

Städtebaulich spricht für die V8.4. die mit 12,05m geringe Breite zwischen Albertplatz und Katharinenstraße, dagegen nehmen die V7 und V8.7 17,50 ein. Allerdings ist bei der V8.4. eine zusätzliche Ampel nördlich des Albertplatzes in landwärtiger Richtung nötig. Zudem stellen die Verkehrsexperten der DVB und des Straßen- und Tiefbauamtes die Verkehrssicherheit und Förderfähigkeit der V8.4. ernsthaft in Frage, weil ein Rückstau von PKW bis in den Albertplatz hinein und damit eine Behinderung der Straßenbahn droht.

Abschnitt 3: Paulstraße – Olbrichtplatz

Nördlich der Paulstraße führen alle Varianten zur Fällung aller Straßenbäume, ein erheblicher Eingriff! Leider können sie nur etwa zu zwei Dritteln neu angepflanzt werden. Bei der V8.4. könnte die östliche Baumreihe erhalten werden, wenn auf sämtliche Parkplätze verzichtet würde. Die V8.4. ist aber wegen häufig auftretenden Mischverkehrs zwischen PKW und Bahn die verkehrlich schlechteste Lösung, denn vom Olbrichtplatz her droht ein PKW-Rückstau die Straßenbahn zu behindern. Nördlich der Paulstraße ist die V8.4. mit 18,00m sogar breiter als die V7 mit 17,20m. Die V8.7. dagegen ist wegen ihres eigenen Gleiskörpers die beste Variante für die Straßenbahn.

Weitere Planung

Nach der Grundentscheidung für die V8.4. oder V8.7. ist eine weitere Verbesserung der Seitenräume zugunsten von Bäumen, Warenauslagen und Restauration auf den Gehwegen zu prüfen. Der Platz vor der Schauburg muss zwar reduziert werden, doch besteht die Chance mit der südlich anschließenden Haltestelle einen einheitlich erlebbaren städtischen Platz zu entwickeln. Der Bereich zwischen Eschenstraße und Lössnitzstraße erlaubt den etwa 12m breiten Raum von Hauswand zum Bordstein für die Anlage eines Platzes zu nutzen. Die Lenkungsgruppe hat sich darauf verständigt, in der zweiten Maihälfte eine Bürgerversammlung in der Neustadt anzusetzen, auf der die Varianten 7, 8.4 und 8.7. vorgestellt und diskutiert werden sollen. Parallel bereitet die Stadtverwaltung eine Beschlussvorlage vor, so dass der Stadtrat hoffentlich noch vor der Sommerpause eine Variantenentscheidung treffen kann. Die Genehmigungsplanung soll möglichst schnell erarbeitet werden, um eine schnelle Planfeststellung und Baubeginn zu ermöglichen.

Variante 8.7 Teil1

Variante 8.7 Teil 2

Variante 8.4 Teil 1

Variante 8.4 Teil 2

Variante 7 Teil1

Variante 7 Teil 2